Falter und Blüte

Mara Friederich und Georg Goelzer
FALTER UND BLÜTE
Christuswort und Christerkenntnis
Falter und Blüte! – dieses Bildmotiv lässt eine tief im Menschenwesen begründete Wahrheit anschaulich werden: die Wahrheit, dass ein Erkenntnisleben, das nicht zum unmittelbaren Herzenserlebnis des «Eins in Allem» führt, zu dogmatischer Wissensansammlung erstarrt – und dass von einem Erleben, das trotz seelischer Wärme ein Geliebtes nicht wirklich verstehen lässt, nicht als von einem Erleben in wahrer Liebe gesprochen werden kann. Mit diesem Buch wird für den Suchenden ein Weg aufgezeigt, um die polarisierende Spannung dieser zwei Seiten des Menschenwesens in eine höhere Harmonie überzuführen, ohne ihre kontrastierende Differenziertheit zu verwischen. Und da der Mensch auch nur auf diesem Weg den ihm innewohnenden Zusammenklang mit dem Kosmos bewusst wiederfinden kann, wird hier ein Schritt in Richtung einer kosmologischen Menschenkunde vollzogen, mit dem lebendige Erkenntniserfahrung wird, was sich imaginativ im Bild der apokalyptischen Sophiengestalt ausspricht. Der eigentliche Wesensgrund dieser Einsicht aber liegt in dem Wortmysterium der neuen Zeit, von dem Rudolf Steiner in einem Vortrag vom 6.2.1917 spricht: Nicht nur als eine Lehre will die Geisteswissenschaft erfasst werden, sondern als eine Sprache, durch die Christus als neben uns gehender Menschenbruder «in allernächster Zukunft» für alle Einzelheiten des Lebens befragt werden will. «Er wird antworten, ja, er wird antworten!»

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